Kenwood Cooking Chef XL – behalten oder zurückschicken?

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Ich hatte mich riesig gefreut, dass ich die Kenwood Cooking Chef XL über das Testerportal Konsumgöttinen ausgiebig testen durfte. Für den Küchenalltag hatte ich mir eine deutliche Erleichterung und Zeitersparnis versprochen. Dazu sollte mir die Kenwood App beim Kochen helfen und mich auch durch schwierige Rezepte führen

Aber schon beim Auspacken der Maschine wurde mir fast schwindelig. Für die Zubehörteile muss man schon reichlich Platz haben, am besten einen eigenen Küchenschrank.

Und dann sind Zubehörteile wie der Spritzschutz oder der Hitzeschutz dabei, die aus einfachsten Plastik gefertigt sind. Die klappern und wackeln schon beim zusammenbauen. So etwas hätte ich niemals bei einer 1500 Euro teuren Küchenmaschine erwartet.

Der Mixer, der vollständig aus Glas gefertigt ist, macht dagegen einen stabilen Eindruck.
Schon nach einem Tag in Gebrauch stottert das Wahlrad, also der Bedienknopf. Bei jeder zweiten Umdrehung, manchmal auch eher, hakt er, als hätte die Achse eine Unwucht und ein Lager kein Fett mehr. Klar, das wäre ein Garantiefall, aber bei so einem Gerät?
Der Multizerkleinerer macht seinem Name alle Ehre: Er zerkleinert in unterschiedliche Größen. Zwiebeln, Zucchini und Möhren werden mal in winzige Schnipsel, mal in Scheiben, mal in Streifen geschnitten. Wohlgemerkt im gleichen Arbeitsgang mit der gleichen Scheibe. So möchte ich mein Gemüse nicht verstümmelt sehen.

Beim Kochen kommt die Temperatur nur langsam auf Touren. Für die ersten 140° zum Aufwärmen braucht die Maschine über 15 Minuten. Und später kann sie ihre Temperatur nicht konstant halten, fällt massiv ab beim Zugeben neuer Zutaten. Unter Kochen mit Induktion verstehe ich etwas schnelleres.

Das Popcornprogramm funktioniert nur beim ersten Mal, dabei bleiben aber fast die Hälfte der Maiskörner „ungepoppt“. Der zweite Versuch im direkten Anschluss misslingt völlig. Da poppt kein einziges Korn mehr. Bedienungsfehler beim Automatikprogramm? Wohl kaum.

Der Spritzschutz aus Klarsichtplastik ist so unglücklich designt, dass er beim Kochen immer beschlägt und man das Gericht nur durch den geöffneten Zufülldeckel beurteilen kann. Der wiederum ist so wackelig, dass er ständig aus dem Scharnier fällt. Zudem ist die Zufüllöffnung zu klein, um weitere Zutaten einfach zugeben zu können. Da fällt immer wieder etwas daneben.

Wenn man den Rührarm hochklappt, läuft das am Spritzschutz angesammelte Kondenswasser zusammen mit den Fettspritzern auf der Innenseite der Maschine entlang bis auf die Arbeitsfläche. Wer eine Arbeitsfläche aus Holz hat, sollte also aufpassen, dass er keine hässlichen Flecken bekommt.

Und bei einfachem Hefeteig für eine Pizza, 60% Hydratation bei 1000g Mehl, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Zutaten überhaupt erst vermengt sind. Da bleibt erstaunlich lang Mehl als Boden „kleben“ und wird überhaupt nicht in den Teig aufgenommen. Wenn man nicht zwischendurch den Teig in die Mitte schiebt wird das nichts.
Beim Intervallrühren finde ich das Piepsen jedesmal bevor der Rührer wieder anläuft etwas anstrengend. Das würde ich gerne abstellen.
Prima klappt das Schlagen von Eischnee und Sahne. Der Schneebesen ist bestens eingestellt und kann in dieser Disziplin wirklich punkten. Auch die Zuwiegefunktion in die Schüssel finde ich super und habe sie gerne genutzt für Guglhupf und Schokoladenkuchen.

 

Die Kenwood App hat leider auch meine Erwartungen enttäuscht. Die Rezeptsuche ist sehr eingeschränkt, Rezepte findet man nur, wenn man den genauen Rezeptnamen trifft. Die Filterfunktion nach Cooking Chef XL verhindert dann eine Freitextsuche, so dass die 600 Rezepte für die Cooking Chef XL ungeordnet aufgelistet, aber nicht durchsucht werden können. „Spargelrisotto“ gibt es nicht, aber „Spargel Risotto“.

Die Cooking Chef XL hat gegenüber meiner bisherigen einfachen Küchenmaschine, mit der man ebenfalls gut rühren, kneten und schlagen kann, keinen entscheidenen Mehrwert.
Gerade die Kochfunktion, von der ich mir besondere Erleichterung und Zeitersparnis erhofft hatte, enttäuscht mich geradezu. Alles in allem gefällt mir die Maschine nicht so gut, dass ich sie behalten möchte.
Daher habe ich mich entschlossen, das Gerät zurück zu senden.
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Ein Kommentar zu “Kenwood Cooking Chef XL – behalten oder zurückschicken?
  1. Oliver Schork sagt:

    Da weiß jemand auch nicht, was er/sie will. Als erstes wird der vermeintlich billige Plastikhitzeschutz bemängelt, als zweites dann dass er beschlägt. Wo wären denn die Alternativen zum – übrigens hochwertigen – Polycarbonat? Blech hätte eine hohe Wärmeleitung, zudem könnte man sich schneiden. Bleibt dickeres Blech, das dann immer noch hoch wärmeleitfähig ist. Und stets undurchsichtig. Wer gerne mal nach dem Essen schauen möchte kann mit etwas Intelligenz die Maschine kurz anhalten und den Spritzschutz entfernen. Alles in allem ist der Artikel unqualifiziertes bashing. Mehr nicht.

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